Samstag, 18. April 2026

Blick zurück - ein bischen RC Car Geschichte (Teil 1)

Seit 1984 bin ich in dem schönen RC Hobby aktiv. Es begann alles mit einem Tamiya Hornet den ich schon nach wenigen Wochen gegen einen Boomerang (der schwarze im Bild rechts) tauschte und dann so richtig im RC Rennsport durchstartete.

Seit dem gab es kaum eine Rennklasse in der ich nicht mindestens ein Rennen bestritten habe. Ich glaube in den Klassen 1:4 und 1:8 Glattbahn habe ich es nicht geschafft. Sonst war alles dabei. Offroad, On-Road, Verbrenner, Elektro, 1:24 bis 1:5.

Aber hier soll es mal um die Rennklassen gehen, an deren Entstehung ich selbst maßgeblich beteiligt war. Und da kommt doch erstaunlich viel zusammen.

Die Wild Willy-Klasse wurde in den 80er Jahren organisiert von Frank Drescher (Mitte Fahrerstand R.I.P.) als absolute Fun-Klasse. Später durfte ich helfenderweise bei der Orga dabei sein. Das Regelwerk war einfach: Es musste alles der Serie entsprechen, nur das Akkufach durfte modifiziert werden, um Stick-Akkus anstatt der teuren Tamiya Buckelakkus einzusetzen. Natürlich ist diese legendäre Spaßklasse das Vorbild und die Inspiration für die heutige Wheelie-Klasse, die im Rahmen des Tamico-Offroad-Cups gefahren wird.

Später wurde die Serie noch um eine Monster-Beetle-Klasse ergänzt und sie ist viele Jahre gelaufen. 1999 kam der Nachfolger Wild Willy 2 auf den Markt. Es mussten aber noch gut 10 Jahre vergehen, bis ich den "Zweier" endlich in meiner Garage hatte. Der Wild Willy 2 ist heute mein mit Abstand meistgefahrenes Auto.

Als 1990 mit Tamiya's Nissan King Cab das erste Rennfahrzeug mit großen Rädern auf den Markt kam, war ich gleich fasziniert von der Performance dieser Fahrzeuge auf den damals oft sehr unebenen Lehmstrecken. 

Den King Cab konnte ich mir damals nicht leisten, aber die großen Räder wurden schnell auf meinen Kyosho Ultima geschraubt. Dazu kam eine Vintage Pickup-Karosserie - fertig war der Renn-Monstertruck.

Offensichtlich gefiel das auch anderen ziemlich gut und so wurde schnell eine entsprechende Rennklasse organisiert, die damals schlicht "Monster" hieß.

Kurze Zeit später kam der Losi JRX-T der erste "echte" Renn-Monstertruck auf den Markt - klar daß ich den haben musste. Der war damals schon ein großer Schritt nach vorne, gegenüber dem selbst umgebauten Ultima und die geniale Hinterachse des Losi war eh eine Offenbarung. Alle möglichen 2WD Buggies wurden zum "Monster" umgebaut und immer mehr Hersteller brachten Ihrerseits Modelle für diese neue spannende Klasse. Damals war irgendwie jeder dabei. Es war spannend, bei der Geburt einer neuen Rennklasse dabei zu sein, von der jeder wusste: Das wird groß!

Irgendwann habe ich mal ein Reglement dazu aufgeschrieben. Dieser Aufschrieb wurde im Originalwortlaut später auch als DMC-Reglement übernommen und ist heute noch genau so dort nachzulesen (Klasse ST2)

Das Bild zeigt meinen Asso T3. Ein Beispiel für die vielen Nachfolger in der Truck-Klasse in der ich immer am Start war.

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Es war 1994. Tamiya hatte mit dem Blitzer Beetle und dem Stadium Blitzer gerade die Monster Truck Klasse mit einem etwas moderneren Chassis beschenkt, welches natürlich meine Aufmerksamkeit als Fan der dicken Räder erregt hat. 

Das Fahrzeug war zwar nicht so "professionell" wie es die Renntrucks inzwischen waren. Aber es funktionierte durchaus sehr gut. Im Onroad-Bereich florierte der Tamiya Euro-Cup prächtig. Nur im Offroad-Bereich gab es nichts vergleichbares. Also fasste ich mir irgendwann ein Herz und wendete mich mit meiner Idee, einen offiziellen Tamiya Blitzer Cup zu veranstalten, direkt an Tamiya. Der damalige Tamiya Deutschland-Chef Klaus Wamser fand die Idee gut und gab den Startschuss, nachdem ich mich bereit erklärt hatte, erst mal eine Testsaison in NRW zu veranstalten. 

Es gab sogar offizielle Blitzer Cup-T-Shirts von Tamiya, mit einem Logo, welches extra für die Serie entwickelt wurde.

Die Testsaison lief gut, aber nicht überragend, da wir doch gegen die starke Konkurrenz anderer Rennklassen anzukämpfen hatten und so lief der Cup im zweiten Jahr langsam aus. Meine Verbindung und der Kontakt zu Tamiya blieb aber bestehen und so konnte ich in der Folge auch in der 4WD Buggy-Klasse (mit dem Egress) und in der Monstertruck-Klasse (mit dem Dyna Storm) gewissermaßen "werksunterstützt" an den Start gehen. 

Meinen Blitzer Beetle habe ich allerdings behalten. Er wurde wiederbelebt, als ich die Idee hatte, mit dem Fahrzeug in leicht modifizierter Form 2017 bei den Vintage RC Rennen gegen Asso & Co anzutreten. 

Heute ist die Blitzer-Klasse - genau wie die zuvor erwähnte Wheelie-Klasse Teil des Tamico Offroad Cups. Gute Ideen leben lange. 😉

In der nächsten Folge geht es weiter mit Rennserien bei denen ich meine Finger im Spiel gehabt habe.

Montag, 5. Januar 2026

Tamiya Monster Beetle

 

Der Tamiya Monster Beetle hat bei mir eine lang Geschichte. Bereits in den frühen 90ern hatte ich einen - damals natürlich in der Originalversion. Und wie immer bei mir, wurde das Ding auch im Rennen eingesetzt. 

Der unvergessene Frank Drescher (R.I.P. Frank) hat damals Rennklassen im Westen der Republik zunächst für den originalen Wild Willy und dann auch für den Monster Beetle organisiert. Diese wurden zusammen mit den gängigen Buggyklassen gefahren und erfreuten sich großer Beliebtheit und hatten eine große Gefolgschaft.

Natürlich wurde das von den "richtigen" Rennfahrern schon damals nicht ernst genommen - und genau so war das ja auch gedacht. Rennenfahren aus Spaß - wo kämen wir denn da hin? 😅

Glücklicherweise gibt es ja heute den Tamico-Offroad- Cup, wo die Allermeisten einfach so aus Spaß teilnehmen. Denn Titel oder Weltruhm gibts ja nicht zu gewinnen. 

Und da ja die Wheely Klasse schon von Anfang an dort am Start ist, konnte es nicht lange dauern, bis irgendwer - vermutlich in aufgelockerter Stimmung und Zuhilfenahme von Hopfenbrause - die Idee hatte, man könne doch bei der 2026er Ausgabe des TOC in Kinzigtal mit eben diesem Monster Beetle an den Start gehen. Man hat zwar vermutlich keine Chance gegen die Stadium Blitzer oder Dyna Blaster, die in der Truck-Klasse starten, aber wen interessiert das schon? Wir können ja trotzdem in der Truck-Klasse starten, denn dort passt der Monster Beetle vom Reglement hier ja hin. Und der Beste Beetle-Fahrer gewinnt eben abends ein Bier - das reicht allemal als Preis.

Irgendwie fanden plötzlich immer mehr Gefallen an dieser Idee und wollten plötzlich in der Winterpause einen Monster Beetle bauen. Da gabs dann für mich auch keine Möglichkeit mehr, einen Rückzieher zu machen und plötzlich stand der große Karton in meinem Kofferraum. In meinem Fall wurde es eine "Black Edition", der schon mit schwarzer Karosserie und Chassisteilen und speziellen Aufklebern daher kommt. Das musste sein, weil mein Original aus den 90ern ja auch schwarz war, wie man oben auf dem Bild erkennen kann.

Mit dem Zusammenbau habe ich mir wirklich viel Zeit gelassen. Und allein das Bemalen der Fahrerfigur (der Kopf wurde dem DT-04 Fahrer entliehen) dauerte gefühlt Tage...

Technisch gibt's keine aufregenden Besonderheiten. Tuningteile sind keine drin...weil Spaß und so...
Kugellagersatz und vernünftige Dämpferdichtungen (die Weißen von Ruddog) sind Selbstverständlichkeiten. OK, den großen Servo-Saver von Kimbrough kann man vielleicht doch als Tuningteil bezeichnen, aber der originale Schlabber-Saver kommt mir in kein Auto.

Gelenkt wird mit dem Amewi 5508MG, wie inzwischen in fast allen meinen Modellen. Die Lenkbefehle kommen dabei von meiner Flysky Noble Fernsteuerung. Der Regler ist der im Baukasten beiliegende Tamiya und der Motor ist - dem Reglement entsprechend - der bewährte Tamiya Torque-Tuned

Eigentlich war's das schon. Der Zusammenbau hat wirklich viel Spaß gemacht. Jetzt freue ich mich auf die erste Ausfahrt auf der schönen Lehmstrecke des EDC Kinzigtal.

Dienstag, 19. August 2025

Mein Blue-Frog Special

Der Tamiya Frog ist eine der ältesten RC-Konstruktionen von Tamiya. 1983 kam das Modell mit dem interessanten "ORV-Chassis" (ORV = Offroad Vehicle) auf den Markt. 

In 2005 kam dann die etwas verbesserte Wiederauflage. Wesentliche Änderung war, daß es nun herkömmliche Antriebswellen (Knochen) gibt, welche die bisherigen Antriebswellen mit 6-Kant ersetzten.

Mich interessierte das Modell schon immer, da es in 1984 sogar die deutsche Meisterschaft gegen eigentlich überlegene Kyosho Scorpions gewann. Ich wollte selbst ein Modell für den Tamico-Offroad-Cup aufbauen um dort ebenfalls gegen die technisch überlegene Konkurrenz anzutreten.

Ich hatte in den 80ern schon einmal einen Tamiya Monster Beetle der auf dem gleichen Chassis basiert, aber ich habe keine besonders guten Erinnerungen an das Modell. Der Antrieb ging damals eigentlich bei jedem Einsatz kaputt.

Also wollte ich es heute besser machen. Als TAMICO den Frog im Sommer '25 zu einem unschlagbaren Sonderpreis anbot, musste ich zuschlagen.

Die wesentlichen Verbesserungen sollten das Fahrwerk betreffen. Die hinteren Stoßdämpfer wurden von vorneherein mit besseren Exemplaren aus meiner unerschöpflichen Grabbelkiste ersetzt. Leider weiß ich nicht mehr, von welchem Modell die stammen. Die Feder stammt von einem Tamiya-Tuning-Federnsatz für den DT-02.

Wesentlich interessanter geht es jedoch an der Vorderachse zu. Serienmäßig hat der Frog vorne keine Dämpfer. Nur eine im Rahmen liegende Feder soll die Vorderräder am Boden halten, was bei dem Standardmodell nur unzureichend gelingt.

Bei meiner Recherche im Netz fand ich einige Dämpfer-Konstruktionen. Aber nicht so wie ich es mir vorgestellt habe. Ich hatte ein genaues Bild im Kopf, wie ich es lösen wollte.


Wie immer gibts bei mir keine Konstruktionszeichnung oder gar 3D-CAD. Meine Vorstellung ist so genau, daß ich einfach so lange Teile am Chassis verschiebe, abmesse und wieder verwerfe, bis es schließlich passt. Der Umlenkhebel ist ein Alu-Tuningteil für den Tamiya TC-01. Der Dämpfer ist eine kurze Version der bekannten CVA-Shocks. In dem Clip sieht man, wie die Anlenkung funktioniert.

Oben wurden die Dämpfer an den bereits vorhandenen Aufhängungspunkten am Chassis montiert. Die verwendete Feder stammt ebenfalls aus meinem Fundus.

Zu guter Letzt wurde noch das Lenkservo zentriert eingebaut, nicht seitlich versetzt, wie eigentlich vorgesehen. Ausserdem habe ich 3mm Alu-Gewindestangen mit links/rechts Gewinde verwendet, damit man die Spur auch verstellen kann, ohne die Kugelköpfe auszuhängen. 

Ach ja...den kleinen Serien-Kugelkopf habe ich durch einen 5mm Stahl-Kugelkopf ersetzt. Also musste noch ein 3mm Gewinde in beide Lenkhebel geschnitten werden. 4 lange TRF Kugelpfannen komplettieren die Spurstangen. Fertig!

So sieht das ganze nun aus, nachdem ich noch den Carson-Regler der dem Baukasten beilag und den Empfänger, sowie den Transponder für die Zeitnahme eingebaut habe.

Bereits einen Tag später ging es mit dem Frog zum Renneinsatz beim Tamico-Offroad-Cup in Hellenthal. Nachdem sich beim Training noch kurz zwei Schraubverbindungen lösten, was schnell behoben war, performte der neue Oldie am Rennsonntag im 5-Minuten Qualifier und in den fünf darauf folgenden 7-Minuten Rennläufen komplett fehlerfrei und wesentlich besser und schneller als ich es mir je erträumt hatte. 

Nicht mal das auf der Werkbank erarbeitete Dämpfersetup musste geändert werden. Lediglich die Reifen wurden Samstag geändert auf Tamiya #94000239 hinten und #51207 vorne. Perfekt!

Ein toller dritter Platz hinter zwei wesentlich moderneren Tamiya Bearhawks war mehr als ich erwartet habe. Ich wollte eigentlich nur nicht letzter werden oder ausfallen. Mission accomplished - Ein Super-Ergebnis!


Montag, 14. Juli 2025

Die Klassen im Tamico-Offroad-Cup - Fighter Buggy

 

Die Fighter-Buggy Klasse ist eigentlich von Anfang an fast überall die Teilnehmerstärkste Klasse im Cup. Dafür kann es ne Menge Gründe geben. Zum einen haben wir mit dem DT-02, DT-03 und dem brandneuen DT-04 Chassis eine Top-Auswahl gleichwertiger Fahrzeuge. Das aufgrund seiner Starrachs-Konstruktion etwas benachteiligte DT-01 lasse ich hier mal weg, obwohl es natürlich ebenfalls zugelassen ist.

DT-02
Dazu kommt, daß alle Modelle in dieser Kategorie besonders preisgünstig sind und je nach Angebot auch schon für deutlich unter 100€ zu bekommen sind. Meist ist der passende Motor und Regler bereits im Baukasten enthalten.


DT-04
Besonders erfreulich ist, daß alle 3 Chassisvarianten mit den diversen Karosserieversionen gleich konkurrenzfähig sind. Das liegt sicher zum Großteil daran, daß alle drei das gleiche Getriebe und die gleichen Fahrwerksteile verwenden. Nur das Chassislayout und die Karosserien unterscheiden sich.

DT-03
Klar gehören die Spekulationen, welches Modell nun der beste "Fighter" ist, zum RC Rennsport dazu, aber glücklicherweise sind bisher alle Chassis auf dem Podest vertreten gewesen. Offensichtlich liegt es dann wohl doch am Fahrer. 😅

Donnerstag, 13. Juni 2024

Dem Tamiya Wild Willy 2 unter die Haube geschaut

Der Tamiya Wild Willy 2 ist seit Jahren eines meiner absoluten Lieblingsmodelle. Ich hatte ihn schon mal kurz HIER vorgestellt. Aber jetzt wollen wir mal einen genaueren Blick unter die Karosserie werfen, denn seitdem es im Tamico Offroad Cup eine eigene Wheelie-Klasse gibt und diese Spaß-Klasse auch bei anderen Veranstaltungen angeboten wird, gibt es immer wieder mal Fragen zur Technik dieses Modells.


Eigentlich handelt es sich natürlich gar nicht um ein Rennfahrzeug, denn der hohe Schwerpunkt und die eingebaute Neigung zu Wheelies sind eigentlich nicht wirklich für die Rennstrecke gedacht - und gerade deshalb macht es so viel Spaß, damit auf der Rennstrecke zu fighten.


Natürlich sollte man nicht versuchen, die Wheelie Klasse mit anderen Rennklassen zu vergleichen. Es geht vor allem darum, unser Renn-Hobby nicht so tierisch ernst zu nehmen.

Kommen wir zuerst zum Tuning an meinem Modell. Tatsächlich ausser den obligatorischen Kugellagern - fast NICHTS! Ich habe nicht mal die serienmäßigen Reibungsdämpfer durch Öldruckdämpfer ersetzt, wie es sonst bei jedem meiner Modelle eigentlich Pflicht ist. Irgendwie stellte sich seinerzeit bei den ersten Probefahrten und Vergleichen mit anderen Rennkollegen heraus, daß die Federung und Dämpfung wirklich gut funktioniert und mit den oft eingesetzten Tamiya CVD-Dämpfern nicht wirklich zu verbessern ist.
Edit Juli 25: Zum Beginn der Saison des Tamico-Offroad Cups habe ich die Reibungsdämpfer tatsächlich gegen die Tamiya CVA-Dämpfer ausgetauscht, weil die Reibungsdämpfer nach vielen Jahren im Einsatz dann doch mal verschlissen waren. Die Wild-Willy Federn habe ich beibehalten. Ich muss sagen, das Upgrade hat dem Wild Willy gut getan.

Motor: Hier wird der Tamiya Torque Tuned Motor eingesetzt, der im Tamico Offroad Cup vorgeschrieben ist. Ein 20Z Motorritzel aus Stahl wird verwendet um die schnellere der beiden möglichen Untersetzungen zu erreichen.

Der elektronische Regler ist einer von Tamiya, so wie er dem Modell auch im Baukasten beiliegt. Der funktioniert gut genug und kommt mit dem Motor bestens zurecht.

Lediglich beim Lenkservo habe ich ein etwas besseres Modell verwendet, damit auch genug Kraft da ist um die großen Räder zu lenken.

Der Wild Willy ist mein absolutes Lieblingsmodell. Eine absolute Spaßmaschine, die immer wieder für spannende Rennen gut ist.

Nach Möglichkeit werde ich diese Klasse bei jedem Rennen fahren - immer zusammen mit noch einer weiteren Klasse, wie zB Fighter Buggy oder Retro 4WD.