Samstag, 2. Februar 2019

Test Scalextric ARC Pro


Seit kurzem habe ich meine Powerbase7042 an der Rennstrecke durch das neue Scalextric ARC Pro-System ersetzt, um es mal ausführlich zu testen.

Für die Nicht-Experten: Das ist das Trafo-Anschlusstück wo auch die Regler angeschlossen werden. PB7042 - das ist die "alte" digitale Technik an die man bis zu 6 Regler mit Kabel anstecken kann. Ausserdem kann man über ein Verbindungskabel auch den PC anschließen für den es dann verschiedene Zeitnahme-Softwarepakete gibt. Ich habe zuvor "SSDC" und seit einigen Monaten nun "RCS64" im Einsatz, welches unglaublich viele Möglichkeiten bietet. Dazu mache ich nochmal eine separate ausführliche Vorstellung.

ARC pro ist nun "Wireless". Die Regler - auch bis zu 6 - haben keine Kabelverbindung mehr und anstelle des Displays hat man eine App direkt von Scalextric oder auch von Fremdherstellern. Hier habe ich die "Magic ARC App" getestet. Verbunden wird das Ganze dann über ein Tablet (Android oder IOS) oder über ein Handy - wobei das Display da zu klein sein dürfte.

Die Installation auf meinem IPad war jeweils schnell und problemlos.

Beide Powerbases haben Anschlussmöglichkeiten für zwei Scalextric 15V, 4A-Netzteile. Das ist mehr als ausreichend, Man braucht keine einstellbaren Netzteile, wie bei anderen Herstellern da die Maximalgeschwindigkeit per Software eingestellt wird. Beim ARC pro scheint auch ohne Zusatzeinspeisung (die kommt bei mir erst noch) mehr Power an den entfernteren Bahnteilen anzukommen als bei der 7042. Muss ich aber nochmal nachmessen.

Die Bedienung vom ARC selbst ist einfach. Regler einschalten, mit dem ARC binden (nur einmal notwendig), Fahrzeug-Id programmieren (auch nur einmal notwendig) und loslegen. Aber halt - im Gegensatz zur PB7042 fährt das Auto erst, wenn man in der App den Trainings- oder Rennmodus gewählt hat. Ohne App also kein fahren. Zumindest bei mir war das so. Andere User berichten, daß man auch ohne eingeschaltete App fahren könnte.

ARC und Analog
Bevor wir uns der Software zuwenden, sollte nicht unerwähnt bleiben daß die ARC pro einen kleinen Schalter am Gehäuse hat, mit dem man einfach auf Analog-Modus umschalten kann. Also kann man auch analoge Fahrzeuge damit fahren. Das war zwar auch mit der PB7042 schon möglich, aber die Umschaltung via Software war immer etwas umständlicher.

Die ARC Regler
Die neuen Regler liegen sehr gut in der Hand. Das Batteriefach fasst 2 AA-Batterien. Es gibt einen Knopf für den Spurwechsel und einen für die Bremse. Letzterer ist allerdings zum bremsen nicht notwendig, denn die Regler haben eine nicht abstellbare "dynamische Bremse". Das Fahrzeug bremst also wenn man den Gashebel loslässt. Das macht das Fahrverhalten für mich ziemlich hakelig. Ich bin es gewohnt, daß das Auto ausrollt wenn ich vom Gas gehe und ich entweder manuell per Knopf bremse (eigentlich nie) oder sehr dosiert die dynamische Bremse an meinem Slot.It-Regler zugeben kann, wenn ich möchte. Für mich ist es ein Nachteil. Aber es ist sicher eine Gewöhnungssache mit der man klar kommen kann, wenn man möchte. So benötigt man den Bremsknopf nur für die Boxenstops.

Die Gaskurven und das Regelverhalten kann man mit der Magic App vielfältig einstellen, oder auf zahlreiche vorgefertigte Profile zurückgreifen. Die Scalextric-eigene App bietet dieses nur in sehr abgespecktem Maße. Trotzdem habe ich bisher noch keine Einstellung gefunden, die mir wirklich behagt und mit der ich genauso schnell fahren könnte wie mit meiner PB7042 und den Kabelreglern. Es fehlt einfach das "Feingefühl" für mich.

Rennmodi
Der Vorteil der Apps ist, daß man diverse Rennmodi hat. Man kann Rennen einstellen die entweder nach einer bestimmten Rundenanzahl abgewunken werden (Grand Prix Modus) oder nach einer vorher festgelegten Zeit (Endurance Modus). Ich kann das ganze auch als Rennserie mit mehreren Rennen gestalten. Soweit gleichen sich beide Apps bisher.

Die Magic ARC App kann zusätzlich noch Reifenverschleiss, Spritverbrauch und Wetter simulieren, was jeweils Boxenstopps notwendig macht. Etwa wenn das (virtuelle) Wetter erfordert, daß man nun Regenreifen aufzieht oder eben nachgetankt werden muss. Ausserdem können Schäden etc. simuliert werden, die dann auch an der Box repariert werden müssen. Tut man das nicht, verlangsamen sich die Rundenzeiten drastisch. Alle diese Möglichkeiten sind beliebig zuschaltbar.

Das alles funktioniert sehr gut. Der ganze Funktionsumfang ist für eine kostenlose App extrem gut. Daher geht meine Empfehlung dahin, als ARC User gar nicht erst die Scalextric-App zu verwenden, sondern gleich die Magic ARC App zu installieren. Übrigens ist auch die deutsche Sprache einstellbar. Ich habe hier jedoch Screenshots der Herstellerseite verwendet. Daher ist die Sprache darauf italienisch bzw. englisch.

Ich will auch keineswegs irgendwo negativ klingen: Für den Rennspaß Zuhause ist das was ARC pro bietet ein Quantensprung, wenn man an die simple Rennstrecke mit mechanischem "klick-klack" Rundenzähler zurückdenkt, den man früher vielleicht hatte (und heute immer noch kaufen kann). Die Möglichkeiten sind groß. Die Apps zählen Runden, zeigen Bestzeiten, verwalten Rennen. Für den Preis noch vor wenigen Jahren undenkbar!

Natürlich soll nicht unerwähnt bleiben, daß diese Features (und mehr) auch von der (kostenpflichtigen) PC-Software SSDC oder RCS64 in Verbindung mit der PB7042 nutzbar sind. Da dann sogar in Verbindung mit computergestützten Gegnern - den Pace Cars.

Pace Cars
die RCS64 Software die ich mit der Powerbase7042 benutze, ermöglicht unendliche Programmiermöglichkeiten für Pace-Cars (computergesteuerte Gegner-Fahrzeuge) Keine andere Software auf dem Markt bietet ähnliche Möglichkeiten - auch nichts für den Marktführer Carrera!

Dieses Feature möchte ich aber später einmal ausführlich vorstellen. Daher erst mal zurück zu ARC pro. Mit der Scalextric-eigenen App gibts keine digitalen Pacecars! 😔 Wenn man weiß, daß ARC die Zukunft des Hauses sein soll und es das neueste Produkt der Engländer ist, darf man hier mehr als enttäuscht sein. Ein Rückschritt gegenüber dem alten System, wo man bis zu 6 Pacecars nutzen konnte!

Immerhin bietet die Magic ARC App eine Pacecar-Funktion. Allerdings nur in der Form, daß das Pacecar immer mit einer festen, vorher festgelegten Geschwindigkeit fährt, ohne die Spur zu wechseln, etc. Nunja...das entspricht dem, was Carrera seinen Fans bietet. Aber als Scalextriker war man mehr gewohnt. Da können die Pacecars so fahren wie man es selber tut. Also Vollgas auf der Geraden und angemessene Geschwindigkeit in den Kurven, Bremsen, Spurwechsel, Boxenstops.

Da hat die neue Software noch nicht mithalten. Ich hoffe sehr, daß hier bald etwas mehr möglich ist.
Alles in allem hat die fehlende Pacecar-Funktion und das für mich nicht so gute Regelverhalten zu der Entscheidung geführt, ARC pro erst mal wieder zur Seite zu stellen und mich nun wieder voller Freude der RCS64 Software und der guten alten Powerbase7042 zuzuwenden, in der Gewissheit, das Beste zu haben, was das digitale Slotracing derzeit bietet.

Wenn man diese Möglichkeiten lieb gewonnen hat, würde man vermutlich nicht mehr drauf verzichten, auch wenn die neue ARC-Hardware zweifellos die modernere ist. Solange man die gute alte Powerbase7042 noch bekommt, kann man selbst entscheiden, wie weit man gehen möchte.

Mein Fazit zu ARC pro:
Für Digital-Einsteiger die zu wenig Platz für Carrera haben oder die Bahn nicht fest auf dem Fußboden aufbauen wollen: Definitiv JA! 👍

Für mich selber als "Fortgeschrittener": Vielleicht...aber jetzt noch  nicht. 😉

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