Mittwoch, 18. März 2020

Untersetzungstip 17,5T Motoren im TT-01 und TT-02

Bild: thercracer.com
Sehr oft taucht die Frage auf, welche Ritzel-Zahnradkombi man denn mit einem 17,5T Motor fahren solle, wie er zum Beispiel in der RCK Kleinserie in der GT-Sport-Klasse eingesetzt wird. Hier die möglichen Untersetzungen vom TT-01 und TT-02.

Bitte beachtet daß 5:1 die MAXIMAL ERLAUBTE Untersetzung in dieser Klasse ist. Es darf auch kürzer untersetzt werden, was auf kleinen Indoor-Strecken evtl. sogar vorteilhaft sein kann.

Die Getriebe-Innenuntersetzung vom TT-01 und TT-02 ist 2,6

Ihr könnt die Untersetzung auch nach dieser einfachen Formel ausrechnen:

Hauptzahnrad : Ritzel * 2,6
Beispiel: 55 : 28 * 2,6 = 5,11

Wenn Ihr das Speed-Gear Set für den TT-01 habt, findet Ihr eine passende Untersetzungstabelle in der Verpackung.



Beim TT-02 empfiehlt sich die Alu-Motorhalteplatte von Yeah-Racing um das Zahnflankenspiel der Zahnräder perfekt einstellen zu können.

Um andere Zahnräder montieren zu können, eignet sich Speed Gear Set Nr. 300054500







Folgende Untersetzungen sind am nächsten an der maximalen Untersetzung von 5:1 dran. 

0,6 DP (Original) 55 / 28 = 5,11

48 DP 64 / 33 = 5,04

64 DP 90 / 46 = 5,08





Montag, 2. März 2020

Old School Euro Masters 2020

Am letzten Februar-Wochenende fand im niederländischen Sittard in der großartigen Racing Arena Limburg zum zweiten Mal das Old School Euro-Masters statt. Hier möchte ich meine Eindrücke und Erlebnisse beschreiben und auch ein wenig Kritik anbringen.

Los ging es bereits am Freitag. Da der Samstag als voller Renntag für die 2WD-Klassen eingeplant war und Sonntag für 4WD und Trucks gab es nur Freitag die Gelegenheit zum Training und zum Abstimmen der Fahrzeuge.

Für den 2WD-Samstag hatte ich meinen '85er Tamiya Fox am Start. Ausserdem meinen Mad-Fighter für die Starrachsklasse.

Für den Sonntag hatte ich meinen Tamiya Blitzer Beetle für die Truck-Klasse angemeldet.
Auf dem Foto seht Ihr meinen Platz im Fahrerlager für's Wochenende.

Anders als zuvor bin ich in diesem Jahr in keiner der 4WD-Klassen angetreten, da ich der Meinung war, daß die zugelassene Motor-Obergrenze von 10,5T für die Oldie-Fahrzeuge auf dieser Strecke viel zu viel Leistung hat. Das hat sich dann auch bestätigt. Es waren doch einige Defekte zu sehen. Vor allem war aber auch offensichtlich daß einige Fahrer und Fahrzeuge mit dieser Leistung arg zu kämpfen hatten. Eine Begrenzung auf 13,5T für alle Fahrzeuge wäre sicher besser gewesen und hätte auch in etwa der Leistung der damaligen Zeit entsprochen.

Dazu kam dann noch, daß man die Finalläufe mit bis zu 12 Fahrern vollgepackt hat, weil man ein B-Finale einsparen wollte. Also internationale Top-Fahrer und Hobbyfahrer mit Zeitunterschieden von 3 Sekunden und mehr pro Runde. Das war schon beim Zusehen eine sehr unentspannte Angelegenheit. Vielleicht überlegt man sich für's nächste Jahr eine bessere Lösung die allen Fahrern und vor allem Fahrzeugen passt, nicht nur den stark modifizierten und neu aufgebauten Boliden. Dann bin ich auch gerne wieder mit dabei.

Nun zum Rennen der Starrachsklasse. wo sich einige Hornet/Grasshopper-Fahrzeuge mit den etwas moderneren Fighter RX Chassis duellierten. Eigentlich sind diese simplen Fahrzeuge ja nie für Renneinsätze gedacht gewesen, sondern eher für die ersten Erfahrungen von Einsteigern in diesem Hobby. Aber genau das macht den Reiz aus, trotzdem Rennen damit zu fahren, denn die meisten von uns haben mit genau solchen Fahrzeugen mal angefangen.

Da die Strecke in Sittard natürlich ziemlich eben ist und nur ein paar Sprunghindernisse hat, ging das auch mit den Starrachs-Modellen erstaunlich gut und flott.

Leider hatte mein Mad Fighter bereits bei der ersten Trainingsfahrt am Freitag seine komplette Heckpartie eingebüßt, weil ein etwas übermotivierter 4WD Fahrer mein langsameres Fahrzeug auf der Strecke übersehen hat und mit Vollgas im Heck meines Fighters stecken blieb. Da der Schaden nicht mehr reparabel war, bin ich das restliche Rennen dann so gefahren. Nicht schön aber selten...

In den Finalen erreichte Hanno genau wie ich je einmal Platz 2, 3 und 4. In diesem Fall entschied dann die bessere Zeit, die Hanno für sich verbuchen konnte. Am Ende entschieden dann nur knapp 3 Sekunden zwischen Podium und Platz 4 mit dem etwas schlechteren Ende für mich.
Unschlagbar war allerdings Dirk, der alle Läufe gewinnen konnte und vor Peter verdient ganz oben auf dem Podium stehen konnte.

So konnte ich als Viertplatzierter dann wenigstens das Siegerfoto machen. 😋

Mein Fox ging in der Klasse "1984-1988" an den Start. Höhere Ambitionen waren hier von vorneherein nicht im Spiel, da es damals gerade in diesen Jahren sehr große Entwicklungssprünge zwischen den Autos gab und man mit dem alten Fox gegen Gegner wie einem Schumacher Topcat oder dem Ultima Pro antreten musste. Hier wäre eine etwas andere Klasseneinteilung, z.B. 1982-85 und 1986-88 sinnvoller gewesen.

Leider konnte ich ohnehin nicht wirklich ins Renngeschehen eingreifen, da ich das erste Getriebe bereits am Trainings-Freitag abschreiben musste.

Die neuen Getriebeteile, welche Peter glücklicherweise übrig hatte, hielten dann nur 2 1/2 Vorläufe. Mangels weiterer Ersatzteile musste ich die Teilnahme an den Finalläufen dann streichen.

Als Motor diente hier nur ein alter originaler Reedy Gold (19T). Trotzdem war die Belastung auf dieser Strecke wohl zu hoch für das alte Fahrzeug. Schade! Trotzdem hat es mir viel Spaß gemacht diesen echten Oldie mal wieder auf einer Rennstrecke bewegen zu können.

Sonntag - 4WD und Truck-Renntag!
Dirk und ich gingen mit unseren "leicht modifizierten" Tamiya Blitzern an den Start.

Die Geschichte unseres "Blitzer-Projekts" habt Ihr vielleicht HIER und HIER gelesen.
Leider fehlte Teamkollege Tobias aus gesundheitlichen Gründen.

Die Blitzer rannten beide den ganzen Tag völlig ohne Probleme und so konnten wir in den Vorläufen unsere Setups noch etwas optimieren, so daß in den Finalläufen zwei top austrainierte Blitzer am Start standen. (nicht ganz richtig, denn Daniel setzte ebenfalls einen Blitzer ein, allerdings etwas seriennäher als unsere)

Daß gegen die Associated RC10-Trucks von Uli, Timm und Swen nur der Defektteufel helfen konnte war von vorneherein klar, aber auch nicht anders erwartet.

Den Losi-Truck von Walter konnte Dirk dann sogar schlagen und das Treppchen mit der 3 erklimmen. Er fuhr einfach klar besser als ich, zumal ich dann dem oft zitierten "Rennpech" auch nicht aus dem Weg fahren konnte. So blieb für mich mit P5 trotzdem noch ein wesentlich besseres Ergebnis als ursprünglich erwartet.

Die vielen anderen Klassen konnte ich leider nicht so genau auf der Strecke beobachten, daher hoffe ich hier noch auf Rennberichte von anderen Teilnehmern. Aber auch die tollen Modelle im Fahrerlager waren immer einen genaueren Blick wert.

Besonders die zum Teil stark modifizierten Fahrzeuge des britischen Teams ließen den Fachmann staunen. Was da an Mühe, Ingenieurskunst und Vorbereitung investiert wurde war wirklich klasse!

Nicht unerwähnt bleiben soll das 1:12/Formel 1 Oldie-Meeting, welches am Sonntag gleichzeitig auf der On-Road-Strecke direkt nebenan stattfand. Es hab einige schöne und seltene Modelle zu bestaunen.

Leider waren sie Starterzahlen hier wesentlich geringer als erwartet, was sehr schade war. Es war aber auch etwas kompliziert sich aufzuteilen, wenn man auch bei den Offroadern am Start sein wollte. In manchen Klassen gingen nur ein oder zwei Starter auf die Strecke. Da hätten sich alle Beteiligten sicher über ein paar weitere Fahrzeuge gefreut.
Die Durchsagen und Startsignale dieser Veranstaltung sorgte einige Male für Verwirrung bei den Offroadern nebenan. Hat das Orga-Team sicher auch gemerkt, daß das nicht ganz ideal war.

Ich fänd's eine gute Idee, wenn man den Glattbahn-Oldies vielleicht zusammen mit ein, zwei Oldie-Tourenwagenklassen eine eigene Veranstaltung an einem anderen Termin geben würde. Zu einem Oldie-Tourenwagen-Rennmeeting gibt's an anderer Stelle bereits Planungen. Vielleicht findet sich da ja mal was zusammen.

Alles in allem war das Oldschool Euro Masters auch in diesem Jahr eine Veranstaltung wo man als langjähriger Fan dieser Fahrzeuge einfach dabei sein musste. Schön die Wegbegleiter aus alten Tagen und auch aus den anderen europäischen Ländern wieder zu treffen und die zum Teil wunderschönen und liebevoll hergerichteten Fahrzeuge zu sehen.

Das letzte Bild dieses Berichts gebührt dem ältesten teilnehmenden Fahrzeug dieser Veranstaltung: Dem Renault Alpine A310 von Graupner aus dem Jahr 1979, den Michael aus Österreich an den Start brachte.

Ich hoffe man sieht sich bald wieder auf diesem oder einem anderen Vintage-Meeting! 😎

Montag, 24. Februar 2020

Projekt Tamiya Blitzer "R" (Teil 2)

"R" is for Racing! Und jetzt kann es endlich los gehen!

Den ersten Teil des Tuning-Berichts habt Ihr vielleicht schon gelesen. Nun geht es aber ans Eingemachte. Zusammen mit den beiden Kumpels Dirk und Tobias entwickelten wir den Plan zu diesem Renngerät. Das ganze Projekt war eine ganz tolle und einzigartige Aktion, denn wir drei kennen uns bisher nicht persönlich, sondern aus der Facebook-Gruppe "Tamiya Experten Community". Kurzerhand wurde die konspirative 3er WG der "Tamiya Psychos" auf WhatsApp gegründet und mehrere Tage getüftelt was das Zeig hielt.

Zuerst brauchten wir eine längere Getriebeuntersetzung, denn das Seriengetriebe ermöglichte nur maximal 10:1, was für die 13,5T Motoren die zum Einsatz kommen sollten (vom Reglement als Maximum vorgeschrieben) keine geeignete Untersetzung ist. Das Basis-Modell ist ja schon etwas älter und nicht für die Leistung konstruiert die wir nun einbauen wollten.

Dirk konnte aus Teilen des Originalgetriebes und dem Hauptzahnrad eines TT-01 ein passendes Getriebeteil bauen , welches dem Blitzer Beetle eine Untersetzung um die 6,2:1 ermöglichte. Bingo! Der Motor wird jetzt anders befestigt als zuvor. Damit die Position an die zu verwendeten Ritzel angepasst werden kann, wurde ein Langloch gefräst.

Wie man auf dem Foto sehen kann, wurde beim Getriebe komplett auf Fett verzichtet und stattdessen das Gear Lube von Dry-Fluids verwendet. Ein neuartiger Keramik-Schmierstoff "Made in Germany", der die Reibung im Getriebe bestmöglich reduziert.

Ich habe im Slot-Racing-Bereich schon seht gute Erfahrungen damit gemacht und bin nun gespannt wie es sich in meinem Blitzer-Beetle und im FOX bewährt. Anders wie sonst habe ich hier auch das Ritzel mitgeschmiert, denn die Besonderheit an diesem Schmierstoff ist, daß kein Schmutz angezogen wird wie das bei Fett der Fall ist.

Als nächtes kamen die Konstruktions-Künste von Tobias ins Spiel, der auf seinem CAD-System Dämpferbrücken aus Kohlefaser entwickelte die nicht nur verschiedene Dämpferpositionen ermöglichen, sondern auch diverse Anpassungen am Rollcenter, was natürlich ungeahnte Möglichkeiten beim Fahrwerks-Setup bietet. Kurze Zeit später waren die Teile in 4mm-starkem feinstem Kohlefaser mit entsprechenden Alu-Haltern in der Post. Die machen richtig Eindruck!

Mit Titan-Gewindestangen für die oberen Querlenker und die Lenkung wurde das Fahrwerk dann komplettiert und zum Schluss kam ein Satz Losi-Dämpfer (von einem Losi 22 Buggy) dazu.

Auch an der Hinterachse wurden kurze Front-Federn verwendet um die richtige Fahrwerkshöhe zu erreichen.

Nun konnte es an die kleinen aber nicht unwichtigen Details gehen. Alu-Hardware am Savöx-Servo und hochfeste Innensechskant-Schrauben sorgen dafür daß alles stabil zusammenhält. Durch die neue Servoposition wurde der Platz in der Chassiswanne eng. Also entschied ich mich dafür, einen Shorty-Akku zu verwenden, damit der Toro 050 Regler daneben platziert werden kann.

Abgerundet wird das ganze mit einer Beetle-Karosserie aus Lexan vom englischen Hersteller Kamtec, da die serienmäßige Hart-Kunststoffkarosserie zu schwer und vielleicht auch zu empfindlich für den Renneinsatz ist.

Wie sich die ganze Technik bewährt, wird sich am 1. März zeigen, wo der Beetle bei den "Oldschool Euro Masters" im niederländischen Limburg zum ersten Renneinsatz gegen starke Gegner kommt.




Hier eine Übersicht über die zahlreichen Modifikationen an meinem Blitzer Beetle:

1. Yeah-Racing Alu Lenkung (für Tamiya M-07)
2. geänderte Servo-Position (Savöx 1257TG Servo)
3. Ruddog Alu-Servohorn
4. Yeah-Racing Alu-Servohalter
5. Geänderte Getriebeuntersetzung (Eigenbau Tamiya Psychos)
6. 4mm Kohlefaser-Dämpferbrücken v + h (Eigenbau Tamiya Psychos)
7. 3Racing Titan Gewindestangen
8. Losi Alu-Dämpfer
9. Tamiya Top-Force Kardanwellen (gekürzt)
10. Diffsperre (Tamiya Diff Putty)
11. Yeah-Racing Stahl-Kugelköpfe 5mm
12. Tamiya 5mm Kugelpfannen #50875 und #54257
13. Racers Paradise Kugellager
14. hochfeste Innensechskant-Schrauben rundum (RC Schrauben.de)
15. Kamtec Sand Scorcher Lexan Karosserie
16. Sky RC Toro 050 Brushless-Regler
17. GM Race Brushkless Motor 13,5T
18. Shorty Lipo-Akkus

Über den Sinn oder Unsinn einer solchen umfangreichen Tuning-Aktion muss jeder selbst entscheiden. Ich hätte für das gleiche Geld auch gleich ein Wettbewerbsmodell kaufen können, wie den Losi 22T, den ich schon mal hatte. Aber dann hätte ich nicht eines von drei einzigartigen Modellen nach eigenen Ideen.

Und der Spaß beim gemeinsamen Tüfteln mit Dirk und Tobias ist eh unbezahlbar. Besonderer DANK an Euch beide, Jungs! 👍👍👍👍👍

Montag, 17. Februar 2020

Tamiya Fox - ein Original geht wieder an den Start

Der Tamiya Fox ist nach dem Wild Willy das älteste Modell in meiner Sammlung. Es handelt sich um ein Original welches am Ende des Jahres 1985 auf den Markt kam. Damals habe ich mich lieber für den allradangetriebenen Bruder "Boomerang" entschieden, der dann auch der Einstieg in den RC Car Rennsport war.

Beide Fahrzeuge teilen sich die auffälligen gelben Kunststoffdämpfer und den Monoshock vorne. Auch wenn es sicher besser funktionieren würde, zwei Dämpfer zu haben, wollte ich dieses besondere Feature bei meiner Restauration unbedingt beibehalten. Ausserdem war mein Plan zwar einige Veränderungen vorzunehmen, aber dabei möglicht zeitgenössische Teile zu verwenden.

Das Modell bin ich in originalem Zustand bereits beim VOREM2018, dem Vintage-Buggy-Treffen in Langenfeld gefahren. HIER könnt Ihr den Aufbaubericht von damals sehen.

Zuerst mussten dazu die gelben Dämpfer gehen. Ich habe diese zwar in anderen Fahrzeugen sehr gut zum funktionieren gebracht, wie man auch HIER nachlesen kann, aber ich hatte noch einen alten Satz Aludämpfer liegen die ich damals als günstige Kopie der bekannten Kyosho Option House Dämpfer erstanden habe.

Dann kommen wir zu der größten Veränderung und dem einzigen Bereich wo ich keine zeitgenössische Alternative gefunden habe - die Lenkung. Standardmäßig war eine sehr schlabbrige Konstruktion direkt auf dem Lenkservo angebracht welche schon damals gerne abwechselnd mit dem Servo selbst kaputt ging.

Ich wollte die Lenkung mit zwei Lenkhebeln haben wie sie heute Standard sind. Aber auch z.B. der Optima hatte damals eine Lenkung nach diesem Prinzip. Ich habe Teile von Yeah-Racing verwendet die eigentlich für den Tamiya M-07 vorgesehen sind. Das verwendete Servo ist ein Turnigy 1250TG. Da es nun quer und weiter hinten im Chassis sitzt, ist es ganz schön eng um die anderen Komponenten unterzubringen. Hier sieht man noch den Modelcraft Bürstenregler, der mit dem verwendeten Reedy Gold 19T (ebenfalls Mitte der 80er) gut zurecht kommt.

Damit die Lenkstange sich bewegen kann, musste leider die obere Chassisabdeckung etwas bearbeitet werden. Nicht sehr hübsch, aber ein unvermeidliches Zugeständnis an die neue und hoffentlich zuverlässigere Lenkung.

Mit dieser oberen Abdeckung wird das Kunststoff-Monocoque sehr stabil und verwindungssteif.

Nun zur nächsten Modifikation. Die originale Hinterachse ermöglichte eine ungünstige Geometrie und nur eine fast senkrechte Dämpferanordnung. Das musste doch auch anders gehen...und die Lösung liegt so nah. Der bereits erwähnte Boomerang, von dem ich noch ein paar Reste rumliegen hatte, musste seine Hinterachse spenden...so hatte ich das mal irgendwo gesehen...und mit ein paar Anpassungsarbeiten passte es dann.

Auf dem Bild sieht man links den originalen Querlenker und rechts den vom Boomerang.

Die Antriebswellen sind übrigens gekürzte Wellen vom Top-Force.

Da die hintere Dämpferbrücke an meinem Modell gebrochen war, wurde kurzerhand eine neue aus einem Kohlefaser-Reststück gefertigt. Die Bohrungen blieben an der originalen Position, aber das Teil wurde etwas breiter, damit eine Heckflügelhalterung von einem Kyosho Lazer ZX Platz finden konnte. Diese Halterung habe ich bereits bei meinem DF-01-Projekt verbaut.

Hier schon mal eine Übersicht über das Chassis bis hierher.

Der Fox hatte seinen kleinen Heckflügel direkt auf der Karosserie befestigt und war so wohl eher nur eine optische Angelegenheit.

Bei meiner Karosserie war der Heckbereich stark beschädigt, also wurde er einfach abgeschnitten. Mit dem neuen 90's Style Associated-Flügel veränderte sich die optische Erscheinung des Fox. Plötzlich konnte man echte Rennambitionen erkennen. 😄

Rennambition hin oder her - die originale Fahrerfigur muss natürlich trotzdem einsteigen. Der Fahrerkopf stammt allerdings aus meinem Kyosho Sandmaster.

Hinter dem Fahrer erkennt man übrigens den dicken Widerstand des damals noch gängigen mechanischen Reglers für den Motor mit Blechabdeckung. Denn die Teile wurden damals ziemlich heiss.

Bei meinem Fox ist er nur ein optisches Gimmick. Ich finde es passt. 😉

Die Karosserie ist übrigens das alte Original.
Es gab 2013 zwar eine Wiederauflage des Fox, der dann NOVAFOX genannt wurde. Demnach ist auch die Karosserie wieder zu bekommen, aber es steht halt nicht mehr FOX drauf, sondern NOVAFOX...und das geht ja mal so gar nicht. 😁

Zum Schluss wurde nun noch der Fox-Schriftzug von der originalen Box eingescannt und mit dem Schneideplotter geplottet.

Der Akku ist ein Gens Ace Lipo mit 5000mAh, weil dieser am besten in das originale Akkufach passte.

Wenn jetzt noch die passenden Frontfelgen eintreffen ist das Projekt FOX 1985 mit der wohl bisher längsten Bauzeit endlich fertig.


Donnerstag, 13. Februar 2020

DroneX Pro - Betrug und Irreführung im Internet?

Vor einiger Zeit habe ich auf Facebook ein gut gemachtes Werbevideo einer interessanten Drone gesehen, welches meine Aufmerksamkeit erregt hat. Es versprach sehr ruhige Flüge und Foto- sowie Videoaufnahmen in HD oder gar Super HD Qualität. Angeblich wurde die DroneX von ehemaligen DJI-Mitarbeitern konstruiert. (DJI=Branchenprimus im Dronenbereich)


Abbildung einer DroneX Pro
DJI würde die Qualität ständig senken um den Profit zu steigern...bla bla bla...also hat man nun die DroneX entwickelt. Sie sei so günstig weil man alles überflüssige weggelassen hat...bla bla bla...

Der Name DJI wurde zwar im Video nicht erwähnt, aber der Schriftzug der Marke war mehrmals zu sehen, auch und gerade als man die oben erwähnten Aussagen traf. Auch die meisten Bilder und Flugaufnahmen im Video stammen eindeutig von DJI und zeigen nicht die DroneX sondern die DJI Mavic Pro.

Nun...ich tat was man eigentlich nie tun sollte - ich klickte auf den BUY NOW Button weil ich dachte wenn das Ding nur halb so gut ist wie angepriesen, dann kann es für 99€ nicht so falsch sein.

Jaaa...ich weiß...es war dumm, denn erst nach dem Kauf habe ich mich ein wenig auf der Suche nach Infos durchs Netz geklickt...was ich da so fand, war nicht wirklich erbaulich.

Als erstes erfuhr ich im hier verlinkten Video des renommierten Youtube-Kanals Drohnen einige Wahrheiten über die DroneX. Zum Beispiel daß natürlich kein Vergleich mit der wesentlich teureren DJI Mavic Pro natürlich nicht möglich ist, was einem aufgrund des großen Preisunterschiedes an sich schon hätte klar sein können.


Zum anderen ist die DroneX absolut baugleich mit der Eachine E58 welche für gerade mal 38€ im Netz zu finden ist - tadaaa! 😡

Alles was ich dazu sagen könnte wird in dem Video viel kompetenter und ausführlicher vorgetragen. Schaut's Euch an. Natürlich gibt es zahlreiche andere Videos und Artikel mit relativ ähnlichem Inhalt.

Schauen wir uns aber einfach mal die Webseite von DroneX an. (Die ich hier absichtlich nicht verlinken werde...da müsst Ihr schon selber suchen wenn es sein muss) Ich habe vorsichtshalber mal Screenshots der zweifelhaften Stellen gemacht, denn man weiß ja nie, ob so eine Seite morgen noch im Netz zu finden ist. Zum Vergrößern der Ansichten bitte einfach draufklicken.

Gleich zu Anfang wird erwähnt. daß man für die 99€ ja HD Videos machen kann.

HD entspricht einer Auflösung von 720px horizontal, wogegen Full HD 1080px horizontal entspricht.


Wie herausstellt, entspricht die Standard-Kamera nicht den 720px. Diese muss man durch einen Aufpreis von 24€ erst "upgraden".

Dieser Hinweis ist sehr leicht zu übersehen, wie es mir auch passiert ist. Das ist mir erst aufgefallen, nachdem ich nach anschauen des YT-Videos nochmal vergleichen habe. Von der Full HD Option ist hier nichts mehr zu finden.


In den "technical facts" ist von einer Flugdistanz von max. 2km gesprochen. Das entspricht nicht etwa der Reichweite, wie man das bei professionellen Dronen ja durchaus hat, sondern der Entfernung die bei 12 Minuten Flugzeit und einer Geschwindigkeit von 12m/Sekunde theoretisch erreichen kann. Ein äußerst theoretischer Wert der vermutlich bei Wind nicht erreicht werden kann.
Auch hier wird nochmal erwähnt, daß man HD Videos mit max 120 Frames und 12MP machen kann.

Hier ist die Geschwindigkeit dann plötzlich sogar 19m/s.

Naja...es kann ja auch ein heftiger Rückenwind blasen, wenn man Glück hat.

Hier wird erwähnt daß man die 720p und die 1080p Auflösung wählen kann. Eine glatte Fehlinformation!


Die erwähnten Test-Webseiten welche angeblich so hervorragende Testergebnisse von der DroneX haben, hab ich mir natürlich auch angeschaut.
Alle Webseiten haben eine Suchfunktion wo ich DroneX in verschiedenen Schreibweisen eingegeben habe. Keine der Seiten hatte einen Inhalt zu diesem Suchbegriff.

Ich gehe also erstens davon aus, daß die Webseiten gar keinen Testbericht zu der DroneX haben und schon gar kein derart positives Testergebnis zu dem Ding.

Der rückwärts laufende Zähler auf der Webseite "Discount läuft ab in xxx Minuten" muss Euch nicht beunruhigen. Der läuft jedes Mal wieder bei 30 Minuten los wenn man wieder auf die Seite kommt... Selbst da wird schon betrogen.

Ich denke, man kann hier also zumindest mal mit böswilliger Irreführung sprechen kann. Ob auch der Sachverhalt des Betruges gegeben ist, kann ich nicht sagen. Da es mir sinnlos erscheint, gegen solche Anbieter anzugehen will ich Euch zumindest mit diesem Artikel darauf hinweisen daß nicht alles Gold ist was glänzt.

Selbstverständlich habe ich mein Geld über Paypal zurückgefordert, da es dem Betrügershop nicht möglich war, meine Bestellung eine Stunde nach dem Kauf zu stornieren. Solche Dinge würde ich genau aufgrund solcher Schutzmechanismen immer nur über Paypal abwickeln. Augen auf beim Eierkauf!