Montag, 24. Februar 2020

Projekt Tamiya Blitzer "R" (Teil 2)

"R" is for Racing! Und jetzt kann es endlich los gehen!

Den ersten Teil des Tuning-Berichts habt Ihr vielleicht schon gelesen. Nun geht es aber ans Eingemachte. Zusammen mit den beiden Kumpels Dirk und Tobias entwickelten wir den Plan zu diesem Renngerät. Das ganze Projekt war eine ganz tolle und einzigartige Aktion, denn wir drei kennen uns bisher nicht persönlich, sondern aus der Facebook-Gruppe "Tamiya Experten Community". Kurzerhand wurde die konspirative 3er WG der "Tamiya Psychos" auf WhatsApp gegründet und mehrere Tage getüftelt was das Zeig hielt.

Zuerst brauchten wir eine längere Getriebeuntersetzung, denn das Seriengetriebe ermöglichte nur maximal 10:1, was für die 13,5T Motoren die zum Einsatz kommen sollten (vom Reglement als Maximum vorgeschrieben) keine geeignete Untersetzung ist. Das Basis-Modell ist ja schon etwas älter und nicht für die Leistung konstruiert die wir nun einbauen wollten.

Dirk konnte aus Teilen des Originalgetriebes und dem Hauptzahnrad eines TT-01 ein passendes Getriebeteil bauen , welches dem Blitzer Beetle eine Untersetzung um die 6,2:1 ermöglichte. Bingo! Der Motor wird jetzt anders befestigt als zuvor. Damit die Position an die zu verwendeten Ritzel angepasst werden kann, wurde ein Langloch gefräst.

Wie man auf dem Foto sehen kann, wurde beim Getriebe komplett auf Fett verzichtet und stattdessen das Gear Lube von Dry-Fluids verwendet. Ein neuartiger Keramik-Schmierstoff "Made in Germany", der die Reibung im Getriebe bestmöglich reduziert.

Ich habe im Slot-Racing-Bereich schon seht gute Erfahrungen damit gemacht und bin nun gespannt wie es sich in meinem Blitzer-Beetle und im FOX bewährt. Anders wie sonst habe ich hier auch das Ritzel mitgeschmiert, denn die Besonderheit an diesem Schmierstoff ist, daß kein Schmutz angezogen wird wie das bei Fett der Fall ist.

Als nächtes kamen die Konstruktions-Künste von Tobias ins Spiel, der auf seinem CAD-System Dämpferbrücken aus Kohlefaser entwickelte die nicht nur verschiedene Dämpferpositionen ermöglichen, sondern auch diverse Anpassungen am Rollcenter, was natürlich ungeahnte Möglichkeiten beim Fahrwerks-Setup bietet. Kurze Zeit später waren die Teile in 4mm-starkem feinstem Kohlefaser mit entsprechenden Alu-Haltern in der Post. Die machen richtig Eindruck!

Mit Titan-Gewindestangen für die oberen Querlenker und die Lenkung wurde das Fahrwerk dann komplettiert und zum Schluss kam ein Satz Losi-Dämpfer (von einem Losi 22 Buggy) dazu.

Auch an der Hinterachse wurden kurze Front-Federn verwendet um die richtige Fahrwerkshöhe zu erreichen.

Nun konnte es an die kleinen aber nicht unwichtigen Details gehen. Alu-Hardware am Savöx-Servo und hochfeste Innensechskant-Schrauben sorgen dafür daß alles stabil zusammenhält. Durch die neue Servoposition wurde der Platz in der Chassiswanne eng. Also entschied ich mich dafür, einen Shorty-Akku zu verwenden, damit der Toro 050 Regler daneben platziert werden kann.

Abgerundet wird das ganze mit einer Beetle-Karosserie aus Lexan vom englischen Hersteller Kamtec, da die serienmäßige Hart-Kunststoffkarosserie zu schwer und vielleicht auch zu empfindlich für den Renneinsatz ist.

Wie sich die ganze Technik bewährt, wird sich am 1. März zeigen, wo der Beetle bei den "Oldschool Euro Masters" im niederländischen Limburg zum ersten Renneinsatz gegen starke Gegner kommt.




Hier eine Übersicht über die zahlreichen Modifikationen an meinem Blitzer Beetle:

1. Yeah-Racing Alu Lenkung (für Tamiya M-07)
2. geänderte Servo-Position (Savöx 1257TG Servo)
3. Ruddog Alu-Servohorn
4. Yeah-Racing Alu-Servohalter
5. Geänderte Getriebeuntersetzung (Eigenbau Tamiya Psychos)
6. 4mm Kohlefaser-Dämpferbrücken v + h (Eigenbau Tamiya Psychos)
7. 3Racing Titan Gewindestangen
8. Losi Alu-Dämpfer
9. Tamiya Top-Force Kardanwellen (gekürzt)
10. Diffsperre (Tamiya Diff Putty)
11. Yeah-Racing Stahl-Kugelköpfe 5mm
12. Tamiya 5mm Kugelpfannen #50875 und #54257
13. Racers Paradise Kugellager
14. hochfeste Innensechskant-Schrauben rundum (RC Schrauben.de)
15. Kamtec Sand Scorcher Lexan Karosserie
16. Sky RC Toro 050 Brushless-Regler
17. GM Race Brushkless Motor 13,5T
18. Shorty Lipo-Akkus

Über den Sinn oder Unsinn einer solchen umfangreichen Tuning-Aktion muss jeder selbst entscheiden. Ich hätte für das gleiche Geld auch gleich ein Wettbewerbsmodell kaufen können, wie den Losi 22T, den ich schon mal hatte. Aber dann hätte ich nicht eines von drei einzigartigen Modellen nach eigenen Ideen.

Und der Spaß beim gemeinsamen Tüfteln mit Dirk und Tobias ist eh unbezahlbar. Besonderer DANK an Euch beide, Jungs! 👍👍👍👍👍

Montag, 17. Februar 2020

Tamiya Fox - ein Original geht wieder an den Start

Der Tamiya Fox ist nach dem Wild Willy das älteste Modell in meiner Sammlung. Es handelt sich um ein Original welches am Ende des Jahres 1985 auf den Markt kam. Damals habe ich mich lieber für den allradangetriebenen Bruder "Boomerang" entschieden, der dann auch der Einstieg in den RC Car Rennsport war.

Beide Fahrzeuge teilen sich die auffälligen gelben Kunststoffdämpfer und den Monoshock vorne. Auch wenn es sicher besser funktionieren würde, zwei Dämpfer zu haben, wollte ich dieses besondere Feature bei meiner Restauration unbedingt beibehalten. Ausserdem war mein Plan zwar einige Veränderungen vorzunehmen, aber dabei möglicht zeitgenössische Teile zu verwenden.

Das Modell bin ich in originalem Zustand bereits beim VOREM2018, dem Vintage-Buggy-Treffen in Langenfeld gefahren. HIER könnt Ihr den Aufbaubericht von damals sehen.

Zuerst mussten dazu die gelben Dämpfer gehen. Ich habe diese zwar in anderen Fahrzeugen sehr gut zum funktionieren gebracht, wie man auch HIER nachlesen kann, aber ich hatte noch einen alten Satz Aludämpfer liegen die ich damals als günstige Kopie der bekannten Kyosho Option House Dämpfer erstanden habe.

Dann kommen wir zu der größten Veränderung und dem einzigen Bereich wo ich keine zeitgenössische Alternative gefunden habe - die Lenkung. Standardmäßig war eine sehr schlabbrige Konstruktion direkt auf dem Lenkservo angebracht welche schon damals gerne abwechselnd mit dem Servo selbst kaputt ging.

Ich wollte die Lenkung mit zwei Lenkhebeln haben wie sie heute Standard sind. Aber auch z.B. der Optima hatte damals eine Lenkung nach diesem Prinzip. Ich habe Teile von Yeah-Racing verwendet die eigentlich für den Tamiya M-07 vorgesehen sind. Das verwendete Servo ist ein Turnigy 1250TG. Da es nun quer und weiter hinten im Chassis sitzt, ist es ganz schön eng um die anderen Komponenten unterzubringen. Hier sieht man noch den Modelcraft Bürstenregler, der mit dem verwendeten Reedy Gold 19T (ebenfalls Mitte der 80er) gut zurecht kommt.

Damit die Lenkstange sich bewegen kann, musste leider die obere Chassisabdeckung etwas bearbeitet werden. Nicht sehr hübsch, aber ein unvermeidliches Zugeständnis an die neue und hoffentlich zuverlässigere Lenkung.

Mit dieser oberen Abdeckung wird das Kunststoff-Monocoque sehr stabil und verwindungssteif.

Nun zur nächsten Modifikation. Die originale Hinterachse ermöglichte eine ungünstige Geometrie und nur eine fast senkrechte Dämpferanordnung. Das musste doch auch anders gehen...und die Lösung liegt so nah. Der bereits erwähnte Boomerang, von dem ich noch ein paar Reste rumliegen hatte, musste seine Hinterachse spenden...so hatte ich das mal irgendwo gesehen...und mit ein paar Anpassungsarbeiten passte es dann.

Auf dem Bild sieht man links den originalen Querlenker und rechts den vom Boomerang.

Die Antriebswellen sind übrigens gekürzte Wellen vom Top-Force.

Da die hintere Dämpferbrücke an meinem Modell gebrochen war, wurde kurzerhand eine neue aus einem Kohlefaser-Reststück gefertigt. Die Bohrungen blieben an der originalen Position, aber das Teil wurde etwas breiter, damit eine Heckflügelhalterung von einem Kyosho Lazer ZX Platz finden konnte. Diese Halterung habe ich bereits bei meinem DF-01-Projekt verbaut.

Hier schon mal eine Übersicht über das Chassis bis hierher.

Der Fox hatte seinen kleinen Heckflügel direkt auf der Karosserie befestigt und war so wohl eher nur eine optische Angelegenheit.

Bei meiner Karosserie war der Heckbereich stark beschädigt, also wurde er einfach abgeschnitten. Mit dem neuen 90's Style Associated-Flügel veränderte sich die optische Erscheinung des Fox. Plötzlich konnte man echte Rennambitionen erkennen. 😄

Rennambition hin oder her - die originale Fahrerfigur muss natürlich trotzdem einsteigen. Der Fahrerkopf stammt allerdings aus meinem Kyosho Sandmaster.

Hinter dem Fahrer erkennt man übrigens den dicken Widerstand des damals noch gängigen mechanischen Reglers für den Motor mit Blechabdeckung. Denn die Teile wurden damals ziemlich heiss.

Bei meinem Fox ist er nur ein optisches Gimmick. Ich finde es passt. 😉

Die Karosserie ist übrigens das alte Original.
Es gab 2013 zwar eine Wiederauflage des Fox, der dann NOVAFOX genannt wurde. Demnach ist auch die Karosserie wieder zu bekommen, aber es steht halt nicht mehr FOX drauf, sondern NOVAFOX...und das geht ja mal so gar nicht. 😁

Zum Schluss wurde nun noch der Fox-Schriftzug von der originalen Box eingescannt und mit dem Schneideplotter geplottet.

Der Akku ist ein Gens Ace Lipo mit 5000mAh, weil dieser am besten in das originale Akkufach passte.

Wenn jetzt noch die passenden Frontfelgen eintreffen ist das Projekt FOX 1985 mit der wohl bisher längsten Bauzeit endlich fertig.


Donnerstag, 13. Februar 2020

DroneX Pro - Betrug und Irreführung im Internet?

Vor einiger Zeit habe ich auf Facebook ein gut gemachtes Werbevideo einer interessanten Drone gesehen, welches meine Aufmerksamkeit erregt hat. Es versprach sehr ruhige Flüge und Foto- sowie Videoaufnahmen in HD oder gar Super HD Qualität. Angeblich wurde die DroneX von ehemaligen DJI-Mitarbeitern konstruiert. (DJI=Branchenprimus im Dronenbereich)


Abbildung einer DroneX Pro
DJI würde die Qualität ständig senken um den Profit zu steigern...bla bla bla...also hat man nun die DroneX entwickelt. Sie sei so günstig weil man alles überflüssige weggelassen hat...bla bla bla...

Der Name DJI wurde zwar im Video nicht erwähnt, aber der Schriftzug der Marke war mehrmals zu sehen, auch und gerade als man die oben erwähnten Aussagen traf. Auch die meisten Bilder und Flugaufnahmen im Video stammen eindeutig von DJI und zeigen nicht die DroneX sondern die DJI Mavic Pro.

Nun...ich tat was man eigentlich nie tun sollte - ich klickte auf den BUY NOW Button weil ich dachte wenn das Ding nur halb so gut ist wie angepriesen, dann kann es für 99€ nicht so falsch sein.

Jaaa...ich weiß...es war dumm, denn erst nach dem Kauf habe ich mich ein wenig auf der Suche nach Infos durchs Netz geklickt...was ich da so fand, war nicht wirklich erbaulich.

Als erstes erfuhr ich im hier verlinkten Video des renommierten Youtube-Kanals Drohnen einige Wahrheiten über die DroneX. Zum Beispiel daß natürlich kein Vergleich mit der wesentlich teureren DJI Mavic Pro natürlich nicht möglich ist, was einem aufgrund des großen Preisunterschiedes an sich schon hätte klar sein können.


Zum anderen ist die DroneX absolut baugleich mit der Eachine E58 welche für gerade mal 38€ im Netz zu finden ist - tadaaa! 😡

Alles was ich dazu sagen könnte wird in dem Video viel kompetenter und ausführlicher vorgetragen. Schaut's Euch an. Natürlich gibt es zahlreiche andere Videos und Artikel mit relativ ähnlichem Inhalt.

Schauen wir uns aber einfach mal die Webseite von DroneX an. (Die ich hier absichtlich nicht verlinken werde...da müsst Ihr schon selber suchen wenn es sein muss) Ich habe vorsichtshalber mal Screenshots der zweifelhaften Stellen gemacht, denn man weiß ja nie, ob so eine Seite morgen noch im Netz zu finden ist. Zum Vergrößern der Ansichten bitte einfach draufklicken.

Gleich zu Anfang wird erwähnt. daß man für die 99€ ja HD Videos machen kann.

HD entspricht einer Auflösung von 720px horizontal, wogegen Full HD 1080px horizontal entspricht.


Wie herausstellt, entspricht die Standard-Kamera nicht den 720px. Diese muss man durch einen Aufpreis von 24€ erst "upgraden".

Dieser Hinweis ist sehr leicht zu übersehen, wie es mir auch passiert ist. Das ist mir erst aufgefallen, nachdem ich nach anschauen des YT-Videos nochmal vergleichen habe. Von der Full HD Option ist hier nichts mehr zu finden.


In den "technical facts" ist von einer Flugdistanz von max. 2km gesprochen. Das entspricht nicht etwa der Reichweite, wie man das bei professionellen Dronen ja durchaus hat, sondern der Entfernung die bei 12 Minuten Flugzeit und einer Geschwindigkeit von 12m/Sekunde theoretisch erreichen kann. Ein äußerst theoretischer Wert der vermutlich bei Wind nicht erreicht werden kann.
Auch hier wird nochmal erwähnt, daß man HD Videos mit max 120 Frames und 12MP machen kann.

Hier ist die Geschwindigkeit dann plötzlich sogar 19m/s.

Naja...es kann ja auch ein heftiger Rückenwind blasen, wenn man Glück hat.

Hier wird erwähnt daß man die 720p und die 1080p Auflösung wählen kann. Eine glatte Fehlinformation!


Die erwähnten Test-Webseiten welche angeblich so hervorragende Testergebnisse von der DroneX haben, hab ich mir natürlich auch angeschaut.
Alle Webseiten haben eine Suchfunktion wo ich DroneX in verschiedenen Schreibweisen eingegeben habe. Keine der Seiten hatte einen Inhalt zu diesem Suchbegriff.

Ich gehe also erstens davon aus, daß die Webseiten gar keinen Testbericht zu der DroneX haben und schon gar kein derart positives Testergebnis zu dem Ding.

Der rückwärts laufende Zähler auf der Webseite "Discount läuft ab in xxx Minuten" muss Euch nicht beunruhigen. Der läuft jedes Mal wieder bei 30 Minuten los wenn man wieder auf die Seite kommt... Selbst da wird schon betrogen.

Ich denke, man kann hier also zumindest mal mit böswilliger Irreführung sprechen kann. Ob auch der Sachverhalt des Betruges gegeben ist, kann ich nicht sagen. Da es mir sinnlos erscheint, gegen solche Anbieter anzugehen will ich Euch zumindest mit diesem Artikel darauf hinweisen daß nicht alles Gold ist was glänzt.

Selbstverständlich habe ich mein Geld über Paypal zurückgefordert, da es dem Betrügershop nicht möglich war, meine Bestellung eine Stunde nach dem Kauf zu stornieren. Solche Dinge würde ich genau aufgrund solcher Schutzmechanismen immer nur über Paypal abwickeln. Augen auf beim Eierkauf!



Dienstag, 21. Januar 2020

Neue Seite - jetzt doppelt so viel Lesespaß

In der letzten Zeit hatte ich ja eine kleine RC-Pause gemacht und mich etwas mehr mit den Slotcars beschäftigt. In der nächsten Zeit werden beide Bereiche eine ähnlich große Wertigkeit haben.

Deshalb habe ich mich entschlossen, mich auf dieser Seite wieder mehr auf die RC-Cars zu konzentrieren.

Für meine Slotcars und meine dazugehörige Slot-Car Rennstrecke habe ich eine komplett neue Webseite gebastelt.







Ich würde mich natürlich sehr freuen, wenn Ihr beiden Seiten folgt und regelmäßig schaut was es beim Aurigarius und beim Scalextriker neues gibt.

Wir sehen uns! 😁



Mittwoch, 15. Januar 2020

D124 DTM-Mercedes umlackiert

Obwohl ich ja normalerweise mit dem Scalextric Digitalsystem in 1:32 unterwegs bin habe ich auch einige Modelle in 1:24 für Carrera Digital für Einsätze bei Freunden.

Für eine DTM-Rennserie wollte ich ein eigenes Design um doppelte Lackierungen zu vermeiden.

Mir gefiel die gelbe "Mamba" von HTP Motorsport aus den GT3-Serien schon immer sehr gut. Also dachte ich es sollte doch möglich sein, das Design auf mein DTM-Auto zu bringen. Das passende Dekor und auch die Farbe (Zeropaints) habe ich bei der Slotfabrik bekommen.

Da ich zwar reichlich Lackiererfahrung aus dem RC-Bereich habe, aber es da nur wenig Gemeinsamkeiten mit den Slotcars gibt, hatte ich mich natürlich informiert, wie man die alte Farbe zunächst loswerden kann und die neue dann aufbringt. Der DTM-Benz sollte ja mein erstes Projekt mit dem Airbrushen von Slotcars werden.
Viel Wissen und Motivation habe ich dabei aus den tollen Videos vom SLOTBLOG geholt. An dieser Stelle einfach mal vielen Dank und Grüße an Roland dafür.

"Üblicherweise" entlackt man die Karosserien nach dem Zerlegen in einem Ulraschalbad mit Sterilium oder ähnlichen Flüssigkeiten. Beides habe ich nicht. Dafür habe ich gute Erfahrungen bei RC Car Karosserien mit 25%igem Nitrosprit gemacht. Sowas hatte ich noch rumstehen.

Wie ein erster Test zeigte, funktionierte das auch hier ausgesprochen gut. Nur ganz leicht mit einem getränkten Lappen über den Lack - und wech isses.

Anschließend wurde also etwas Nitrosprit in eine Schüssel gefüllt und die Karosserie dann mit einem Pinsel entlackt. Ich kann sagen, das ging schneller als die Sache mit dem Ultraschallbad.

Nach dem Entlacken sah das Ganze so aus. Die nackte Kunststoffkarosserie ist silbergrau. Auch die "Scheibenabkleber" und die Flagge und Namenskürzel auf den Scheiben wurden so sauber entfernt.

Anschliessend wurde die Karosserie mit Spüli noch gut entfettet.

Nun war es also Zeit für den ersten Einsatz meiner Airbrush. Die Grundierung (ebenfalls Zeropaints) stand an und nach 3 Schichten war sie dann so wie sie sein soll.

Die mit Wasser gefüllte Cola-Flasche dient übrigens als Halter beim Lackieren. Mit "Blue Tack" oder Doppelklebeband klebt man die Karosserie für den Lackiervorgang einfach am Deckel fest.

Nach einem sanften Überschleifen mit 1000er Schleifflies und Trocknung über Nacht konnte es nun mit der ersten Farbschicht losgehen.

Insgesamt habe ich ca. 4 dünne Schichten aufgetragen bis es so war wie ich es haben wollte.

Dann war es endlich soweit: Die Decals sind dran! Der Dekorbogen ist sehr umfangreich. Mit vielen Fotos des GT3-Fahrzeuges wurde ermittelt wo was hin soll.

Gleich bei den ersten Klebern schlichen sich Fehler ein, als diese dann noch nicht 100% gerade waren, sich aber plötzlich nicht mehr verschieben liessen. Konnte ja nur besser werden.

Die größte Schwierigkeit war aber, die Decals um die zerklüfteten Kotflügel zu bekommen...oben rund, an den Seiten eckig - was für eine Fummelei. Das GT3-Originalfahrzeug ist fast ganz glatt. Das wäre wohl um einiges einfacher gewesen. Aber warum soll ein "erstes Projekt" auch einfach sein? 😄

Mit viel Schnippelei und dem Decal-Weichmacher "Solvaset" ging es dann irgendwie.

Zum Schluss dann das, vor dem ich eigentlich am meisten Bammel hatte: Der Klarlack. Fragt man hier 10 Leute was da wohl am besten wäre, bekommt man mindestens 11 Antworten. Ich habe mir dann gedacht, daß es keinesfalls falsch sein könnte, hier beim gleichen Hersteller zu bleiben der auch die Farben macht. Also kamen ca. 4 Schichten Klarlack drauf. Unterbrochen immer von einer halbstündigen Trockenzeit bei ca 50° im Backofen.

Die schwarzen Details (Heckflügel, Kühlergrills etc.) wurden mit Humbrol-Farbe aus meinem Fundus und einem feinen Pinsel aufgetragen.

Nachdem ich schließlich alle zuvor abgebauten Details wie Lampengläser etc. montiert hatte habe ich die vorderen LEDs noch mit grüner Farbe betupft für den ultimativen "bösen Blick".

Boah - was war ich happy daß mein erstes Lackierabenteuer doch so gut ausgegangen ist! 😍

Das ist Motivation genug, auf jeden Fall bald mein nächstes Lackierprojekt anzugehen.

Am Abend ging es dann gleich zum ersten Renneinsatz, wo ich mit dem Mamba-Benz mit P4 nur knapp das Podium verfehlte. Ick froi mia. 😀