Montag, 5. Januar 2026

Tamiya Monster Beetle

 

Der Tamiya Monster Beetle hat bei mir eine lang Geschichte. Bereits in den frühen 90ern hatte ich einen - damals natürlich in der Originalversion. Und wie immer bei mir, wurde das Ding auch im Rennen eingesetzt. 

Der unvergessene Frank Drescher (R.I.P. Frank) hat damals Rennklassen im Westen der Republik zunächst für den originalen Wild Willy und dann auch für den Monster Beetle organisiert. Diese wurden zusammen mit den gängigen Buggyklassen gefahren und erfreuten sich großer Beliebtheit und hatten eine große Gefolgschaft.

Natürlich wurde das von den "richtigen" Rennfahrern schon damals nicht ernst genommen - und genau so war das ja auch gedacht. Rennenfahren aus Spaß - wo kämen wir denn da hin? 😅

Glücklicherweise gibt es ja heute den Tamico-Offroad- Cup, wo die Allermeisten einfach so aus Spaß teilnehmen. Denn Titel oder Weltruhm gibts ja nicht zu gewinnen. 

Und da ja die Wheely Klasse schon von Anfang an dort am Start ist, konnte es nicht lange dauern, bis irgendwer - vermutlich in aufgelockerter Stimmung und Zuhilfenahme von Hopfenbrause - die Idee hatte, man könne doch bei der 2026er Ausgabe des TOC in Kinzigtal mit eben diesem Monster Beetle an den Start gehen. Man hat zwar vermutlich keine Chance gegen die Stadium Blitzer oder Dyna Blaster, die in der Truck-Klasse starten, aber wen interessiert das schon? Wir können ja trotzdem in der Truck-Klasse starten, denn dort passt der Monster Beetle vom Reglement hier ja hin. Und der Beste Beetle-Fahrer gewinnt eben abends ein Bier - das reicht allemal als Preis.

Irgendwie fanden plötzlich immer mehr Gefallen an dieser Idee und wollten plötzlich in der Winterpause einen Monster Beetle bauen. Da gabs dann für mich auch keine Möglichkeit mehr, einen Rückzieher zu machen und plötzlich stand der große Karton in meinem Kofferraum. In meinem Fall wurde es eine "Black Edition", der schon mit schwarzer Karosserie und Chassisteilen und speziellen Aufklebern daher kommt. Das musste sein, weil mein Original aus den 90ern ja auch schwarz war, wie man oben auf dem Bild erkennen kann.

Mit dem Zusammenbau habe ich mir wirklich viel Zeit gelassen. Und allein das Bemalen der Fahrerfigur (der Kopf wurde dem DT-04 Fahrer entliehen) dauerte gefühlt Tage...

Technisch gibt's keine aufregenden Besonderheiten. Tuningteile sind keine drin...weil Spaß und so...
Kugellagersatz und vernünftige Dämpferdichtungen (die Weißen von Ruddog) sind Selbstverständlichkeiten. OK, den großen Servo-Saver von Kimbrough kann man vielleicht doch als Tuningteil bezeichnen, aber der originale Schlabber-Saver kommt mir in kein Auto.

Gelenkt wird mit dem Amewi 5508MG, wie inzwischen in fast allen meinen Modellen. Die Lenkbefehle kommen dabei von meiner Flysky Noble Fernsteuerung. Der Regler ist der im Baukasten beiliegende Tamiya und der Motor ist - dem Reglement entsprechend - der bewährte Tamiya Torque-Tuned

Eigentlich war's das schon. Der Zusammenbau hat wirklich viel Spaß gemacht. Jetzt freue ich mich auf die erste Ausfahrt auf der schönen Lehmstrecke des EDC Kinzigtal.

Dienstag, 19. August 2025

Mein Blue-Frog Special

Der Tamiya Frog ist eine der ältesten RC-Konstruktionen von Tamiya. 1983 kam das Modell mit dem interessanten "ORV-Chassis" (ORV = Offroad Vehicle) auf den Markt. 

In 2005 kam dann die etwas verbesserte Wiederauflage. Wesentliche Änderung war, daß es nun herkömmliche Antriebswellen (Knochen) gibt, welche die bisherigen Antriebswellen mit 6-Kant ersetzten.

Mich interessierte das Modell schon immer, da es in 1984 sogar die deutsche Meisterschaft gegen eigentlich überlegene Kyosho Scorpions gewann. Ich wollte selbst ein Modell für den Tamico-Offroad-Cup aufbauen um dort ebenfalls gegen die technisch überlegene Konkurrenz anzutreten.

Ich hatte in den 80ern schon einmal einen Tamiya Monster Beetle der auf dem gleichen Chassis basiert, aber ich habe keine besonders guten Erinnerungen an das Modell. Der Antrieb ging damals eigentlich bei jedem Einsatz kaputt.

Also wollte ich es heute besser machen. Als TAMICO den Frog im Sommer '25 zu einem unschlagbaren Sonderpreis anbot, musste ich zuschlagen.

Die wesentlichen Verbesserungen sollten das Fahrwerk betreffen. Die hinteren Stoßdämpfer wurden von vorneherein mit besseren Exemplaren aus meiner unerschöpflichen Grabbelkiste ersetzt. Leider weiß ich nicht mehr, von welchem Modell die stammen. Die Feder stammt von einem Tamiya-Tuning-Federnsatz für den DT-02.

Wesentlich interessanter geht es jedoch an der Vorderachse zu. Serienmäßig hat der Frog vorne keine Dämpfer. Nur eine im Rahmen liegende Feder soll die Vorderräder am Boden halten, was bei dem Standardmodell nur unzureichend gelingt.

Bei meiner Recherche im Netz fand ich einige Dämpfer-Konstruktionen. Aber nicht so wie ich es mir vorgestellt habe. Ich hatte ein genaues Bild im Kopf, wie ich es lösen wollte.


Wie immer gibts bei mir keine Konstruktionszeichnung oder gar 3D-CAD. Meine Vorstellung ist so genau, daß ich einfach so lange Teile am Chassis verschiebe, abmesse und wieder verwerfe, bis es schließlich passt. Der Umlenkhebel ist ein Alu-Tuningteil für den Tamiya TC-01. Der Dämpfer ist eine kurze Version der bekannten CVA-Shocks. In dem Clip sieht man, wie die Anlenkung funktioniert.

Oben wurden die Dämpfer an den bereits vorhandenen Aufhängungspunkten am Chassis montiert. Die verwendete Feder stammt ebenfalls aus meinem Fundus.

Zu guter Letzt wurde noch das Lenkservo zentriert eingebaut, nicht seitlich versetzt, wie eigentlich vorgesehen. Ausserdem habe ich 3mm Alu-Gewindestangen mit links/rechts Gewinde verwendet, damit man die Spur auch verstellen kann, ohne die Kugelköpfe auszuhängen. 

Ach ja...den kleinen Serien-Kugelkopf habe ich durch einen 5mm Stahl-Kugelkopf ersetzt. Also musste noch ein 3mm Gewinde in beide Lenkhebel geschnitten werden. 4 lange TRF Kugelpfannen komplettieren die Spurstangen. Fertig!

So sieht das ganze nun aus, nachdem ich noch den Carson-Regler der dem Baukasten beilag und den Empfänger, sowie den Transponder für die Zeitnahme eingebaut habe.

Bereits einen Tag später ging es mit dem Frog zum Renneinsatz beim Tamico-Offroad-Cup in Hellenthal. Nachdem sich beim Training noch kurz zwei Schraubverbindungen lösten, was schnell behoben war, performte der neue Oldie am Rennsonntag im 5-Minuten Qualifier und in den fünf darauf folgenden 7-Minuten Rennläufen komplett fehlerfrei und wesentlich besser und schneller als ich es mir je erträumt hatte. 

Nicht mal das auf der Werkbank erarbeitete Dämpfersetup musste geändert werden. Lediglich die Reifen wurden Samstag geändert auf Tamiya #94000239 hinten und #51207 vorne. Perfekt!

Ein toller dritter Platz hinter zwei wesentlich moderneren Tamiya Bearhawks war mehr als ich erwartet habe. Ich wollte eigentlich nur nicht letzter werden oder ausfallen. Mission accomplished - Ein Super-Ergebnis!


Montag, 14. Juli 2025

Die Klassen im Tamico-Offroad-Cup - Fighter Buggy

 

Die Fighter-Buggy Klasse ist eigentlich von Anfang an fast überall die Teilnehmerstärkste Klasse im Cup. Dafür kann es ne Menge Gründe geben. Zum einen haben wir mit dem DT-02, DT-03 und dem brandneuen DT-04 Chassis eine Top-Auswahl gleichwertiger Fahrzeuge. Das aufgrund seiner Starrachs-Konstruktion etwas benachteiligte DT-01 lasse ich hier mal weg, obwohl es natürlich ebenfalls zugelassen ist.

DT-02
Dazu kommt, daß alle Modelle in dieser Kategorie besonders preisgünstig sind und je nach Angebot auch schon für deutlich unter 100€ zu bekommen sind. Meist ist der passende Motor und Regler bereits im Baukasten enthalten.


DT-04
Besonders erfreulich ist, daß alle 3 Chassisvarianten mit den diversen Karosserieversionen gleich konkurrenzfähig sind. Das liegt sicher zum Großteil daran, daß alle drei das gleiche Getriebe und die gleichen Fahrwerksteile verwenden. Nur das Chassislayout und die Karosserien unterscheiden sich.

DT-03
Klar gehören die Spekulationen, welches Modell nun der beste "Fighter" ist, zum RC Rennsport dazu, aber glücklicherweise sind bisher alle Chassis auf dem Podest vertreten gewesen. Offensichtlich liegt es dann wohl doch am Fahrer. 😅

Donnerstag, 13. Juni 2024

Dem Tamiya Wild Willy 2 unter die Haube geschaut

Der Tamiya Wild Willy 2 ist seit Jahren eines meiner absoluten Lieblingsmodelle. Ich hatte ihn schon mal kurz HIER vorgestellt. Aber jetzt wollen wir mal einen genaueren Blick unter die Karosserie werfen, denn seitdem es im Tamico Offroad Cup eine eigene Wheelie-Klasse gibt und diese Spaß-Klasse auch bei anderen Veranstaltungen angeboten wird, gibt es immer wieder mal Fragen zur Technik dieses Modells.


Eigentlich handelt es sich natürlich gar nicht um ein Rennfahrzeug, denn der hohe Schwerpunkt und die eingebaute Neigung zu Wheelies sind eigentlich nicht wirklich für die Rennstrecke gedacht - und gerade deshalb macht es so viel Spaß, damit auf der Rennstrecke zu fighten.


Natürlich sollte man nicht versuchen, die Wheelie Klasse mit anderen Rennklassen zu vergleichen. Es geht vor allem darum, unser Renn-Hobby nicht so tierisch ernst zu nehmen.

Kommen wir zuerst zum Tuning an meinem Modell. Tatsächlich ausser den obligatorischen Kugellagern - fast NICHTS! Ich habe nicht mal die serienmäßigen Reibungsdämpfer durch Öldruckdämpfer ersetzt, wie es sonst bei jedem meiner Modelle eigentlich Pflicht ist. Irgendwie stellte sich seinerzeit bei den ersten Probefahrten und Vergleichen mit anderen Rennkollegen heraus, daß die Federung und Dämpfung wirklich gut funktioniert und mit den oft eingesetzten Tamiya CVD-Dämpfern nicht wirklich zu verbessern ist.
Edit Juli 25: Zum Beginn der Saison des Tamico-Offroad Cups habe ich die Reibungsdämpfer tatsächlich gegen die Tamiya CVA-Dämpfer ausgetauscht, weil die Reibungsdämpfer nach vielen Jahren im Einsatz dann doch mal verschlissen waren. Die Wild-Willy Federn habe ich beibehalten. Ich muss sagen, das Upgrade hat dem Wild Willy gut getan.

Motor: Hier wird der Tamiya Torque Tuned Motor eingesetzt, der im Tamico Offroad Cup vorgeschrieben ist. Ein 20Z Motorritzel aus Stahl wird verwendet um die schnellere der beiden möglichen Untersetzungen zu erreichen.

Der elektronische Regler ist einer von Tamiya, so wie er dem Modell auch im Baukasten beiliegt. Der funktioniert gut genug und kommt mit dem Motor bestens zurecht.

Lediglich beim Lenkservo habe ich ein etwas besseres Modell verwendet, damit auch genug Kraft da ist um die großen Räder zu lenken.

Der Wild Willy ist mein absolutes Lieblingsmodell. Eine absolute Spaßmaschine, die immer wieder für spannende Rennen gut ist.

Nach Möglichkeit werde ich diese Klasse bei jedem Rennen fahren - immer zusammen mit noch einer weiteren Klasse, wie zB Fighter Buggy oder Retro 4WD.

Sonntag, 20. August 2023

Back to the future - wie der Tamico Offroad Cup entstand

Ein schlauer RC Rennkollege sagte mir mal: Wenn Du im RC Car-Wettbewerbsbereich unterwegs bist, kaufst Du jedes Jahr ein neues Auto, oder sogar 2 oder 3...und alles kostet ne Menge Geld. Ein Vintage-Racer ist auch in 10 Jahren noch Vintage. 😁

Nachdem ich seit den späten 80ern nun RC Car Rennen gefahren bin, wurde mir das alles irgendwann zu stressig und zu teuer. Nebenher noch andere Interessen...und dieses "Leben" was auch noch untergebracht werden muss.
Ich dachte also irgendwann, daß ich für mich jetzt die Handbremse ziehe. Entweder kommt die Fuhre zum stehen und meine RC-Reise endet hier, oder es wird ein U-Turn und es geht in eine andere Richtung weiter.

Nachdem die Idee, die Technik deutlich zu reduzieren und Bürstenmotoren einzusetzen die auch für Hobbyfahrer erschwinglich und fahrbar sind, bei den wettbewerbsorientierten Fahrern und Vereinen erwartungsgemäß weniger Zuspruch fand, habe ich bei den Jungs von Tamico sofort ein offenes Ohr und Begeisterung gefunden.

Wir wollten die vielfältigen und wunderschönen Tamiya- Modelle zurück auf die Rennstrecke bringen mit denen ein Großteil aller Modellsportler mal angefangen hat. Wir wissen, daß es viele Tamiya-Fans und Vintage-Sammler gibt, denen der Schritt in die heutigen RC Rennen zu groß ist. Die Rennszene wächst ja nicht wirklich. 

Daher ist das Konzept ein anderes:

- weniger Technik. Einfache Tamiya-Modelle mit Standard-Bürstenmotor
- Standardmotor kostet unter 10€, Regler dafür 20-40€ im Vergleich zur 3x so teuren Brushlesstechnik.
- Nur Tamiya-Reifen = weniger testen = weniger Kosten

Soweit zur Technik. Wir wollten auch die Rennen an sich etwas anders machen. Anstatt viele regionale Rennen, lieber wenige - dafür aber über ganz Deutschland verteilt. Vielleicht würde so mancher so auch mal etwas weiter entfernte Events besuchen. Neue Leute und Strecken kennenlernen und ein lockeres Wochenende erleben. Der Tamico-Offroad-Cup war geboren!

Nachdem stand heute bereits 5 von 6 gelaufen sind, kann man sagen daß alle Erwartungen übertroffen wurden!

Schon beim allerersten Lauf beim ERC Kinzigtal im schönen Schwarzwald waren 76 Nennungen eingegangen.

Neben den "Retro-Klassen 2WD und 4WD Buggy sowie Truck konnte man auch in der Fighter Klasse mit einem modernen Modell starten (Bild oben) So ein DT-03 Neo Fighter ist schon für um die 70€ zu haben und benötigt für den Renneinsatz im Tamico-Offroad-Cup ausser dem obligatorischen Kugellagersatz keinerlei Tuningteile.

Ein echter Publikumsliebling ist die Wheelie-Klasse, wo mit der "Lunch-Box" oder dem berühmten "Wild Willy 2" echte Klassiker unterwegs sind, die zwar eigentlich nicht als Rennauto konstruiert wurden, aber genau deshalb so begeistern. Die Wheelie-Rennen haben eine lange Tradition und zeigen, daß man dieses Hobby nicht so ernst nehmen sollte.

Mein Wild Willy 2 ist schon seit Jahren bei vielen Rennen dabei. Technische Probleme kennt der nicht. Grins-Faktor 10 von 10. Ich finde, jeder sollte einen haben. 😁